NAC, auch bekannt als N-Acetyl-Cystein oder Acetylcystein, ist eine gut bioverfügbare, stabilisierte Form der schwefelhaltigen Aminosäure L-Cystein. In der modernen Mikronährstoffmedizin wird NAC vor allem wegen seiner Rolle als Vorläufer von Glutathion geschätzt – einem der bedeutendsten körpereigenen Antioxidantien. Es unterstützt die körpereigene Entgiftung, reguliert Entzündungsprozesse, schützt Zellen vor oxidativem Stress und zeigt laut Studien sogar positive Wirkungen auf die Psyche.
Was ist NAC?
N-Acetyl-Cystein (NAC) ist ein Derivat der schwefelhaltigen Aminosäure L-Cystein. In medizinischen Bereich wird NAC seit Jahrzehnten als Schleimlöser bei Atemwegserkrankungen sowie als Gegengift bei Paracetamol-Überdosierung eingesetzt. Als Nahrungsergänzungsmittel ist es vor allem für seine Funktion als Vorläufer von Glutathion bekannt – einem der bedeutendsten körpereigenen Antioxidantien.
Glutathion ist unter anderem relevant für:
- Zellschutz vor oxidativem Stress;
- Entgiftung in Leber und Zellen;
- Regulation des Immunsystems;
- Reduktion von Entzündungen;
- mögliche Wirkung auf die Psyche, insbesondere bei depressiven Verstimmungen.
Aminosäuren im Vergleich: NAC, Cystin, Cystein
Cystin ist eine stabile Verbindung aus zwei Cystein-Molekülen, die im Körper bei Bedarf wieder in Cystein gespalten wird. Cystein selbst ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die unter anderem für die Bildung von Glutathion wichtig ist.
NAC (N-Acetyl-Cystein) ist die stabilisierte und besser lösliche Form von Cystein, die der Körper besonders gut aufnehmen kann. Aufgrund dieser hohen Bioverfügbarkeit und Stabilität wird NAC in der medizinischen und ernährungsphysiologischen Anwendung bevorzugt eingesetzt – insbesondere bei der Unterstützung von Entgiftungsprozessen und zur Bildung körpereigener Antioxidantien.
Wann NAC einnehmen?
Die Einnahme von NAC kann in unterschiedlichen Situationen sinnvoll sein – besonders wenn es um Entgiftung, Lebergesundheit, Immunabwehr oder seelisches Gleichgewicht geht:
- Zur Unterstützung der Leberfunktion (z. B. bei Medikamentenbelastung, Alkoholkonsum, Schwermetallbelastung);
- Bei Infekten der Atemwege, zur Schleimlösung und Reduktion von Entzündungen;
- Zur Stärkung des Immunsystems, insbesondere bei oxidativem Stress oder erhöhter Belastung;
- Als Unterstützung bei psychischen Belastungen, z. B. Depressionen oder Angststörungen;
- Präventiv oder begleitend bei chronischen Erkrankungen, in Rücksprache mit ärztlichem Fachpersonal.
Wann einnehmen?
NAC wird idealerweise nüchtern oder mindestens 30 Minuten vor dem Essen eingenommen, da dies die Aufnahme verbessert. Die häufig verwendeten Dosierungen variieren je nach Zweck zwischen 300 mg und 1200 mg/Tag, meist in Kapselform.
Was bewirkt NAC im Körper?
Zellschutz & Glutathion-Produktion
NAC wird im Körper in Cystein umgewandelt – ein limitierender Vorläufer von Glutathion. Glutathion ist in nahezu jeder Zelle vorhanden und schützt vor freien Radikalen, unterstützt die Phase-II-Entgiftung in der Leber und spielt eine zentrale Rolle bei der Zellreparatur und -neubildung.
NAC und Psyche
Studien zeigen, dass NAC eine modulierende Wirkung auf den Glutamatstoffwechsel im Gehirn hat – eine mögliche Erklärung für seine positive Wirkung bei Depressionen, Zwangsstörungen oder Suchtverhalten. Auch die Verbindung zwischen Glutathion Wirkung und Psyche rückt zunehmend in den Fokus der Neurowissenschaft.
NAC & Muskeln: Der CK-NAC-Wert
Der sogenannte CK-NAC-Wert (Creatinkinase-NAC) wird häufig in der Sportmedizin oder bei Muskelverletzungen bestimmt. NAC selbst ist dabei nicht der Marker, sondern ein Bestandteil des Labortests, bei dem das Enzym mithilfe von N-Acetyl-Cystein aktiviert wird. Für Sportler kann NAC zusätzlich als Schutz vor trainingsinduziertem oxidativem Stress dienen.
Fazit
N-Acetyl-Cystein ist mehr als nur ein Schleimlöser. Als bioverfügbare Cystein-Quelle ist NAC ein wirkungsvoller Vorläufer von Glutathion mit vielseitiger Bedeutung für die körpereigene Entgiftung, das Immunsystem, den Zellschutz und sogar die psychische Gesundheit. Besonders in Phasen erhöhter Belastung – etwa durch Stress, Umweltfaktoren oder chronische Beschwerden – kann NAC gezielt unterstützen. Wer auf geprüfte Qualität, nachvollziehbare Herkunft und eine gut abgestimmte Dosierung achtet, findet in NAC ein sinnvolles Ergänzungsmittel zur Stärkung zentraler Gesundheitsfunktionen.
Literaturverzeichnis
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